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Happy Birthday, Uncle Carl - Die Stadtkapelle Laupheim und Carl Laemmle

Carl Laemmle mit Sohn, 1920

Was für ein Leben! Mit 17 Jahren verließ Karl Lämmle 1884 das oberschwäbische Provinzstädtchen Laupheim, um sein Glück in den Vereinigten Staaten zu suchen. Dort ging er den sagenhaften Weg vom Botenjungen zum Film-Tycoon und Gründer der Filmstadt Hollywood. Vor 150 Jahren, am 17.01.1867, kam Karl Lämmle in einer wenig begüterten jüdischen Familie in der Laupheimer Radstraße zur Welt.

Der kleine Mann, der soviel Größe als Geschäftsmann und Menschenfreund bewies, hatte seine Heimatstadt nie vergessen. Großzügig bedachte er sie und städtische Institutionen mit Spenden und besuchte sie regelmäßig.

In der Zeit als Carl Laemmle in der Nähe von Los Angeles eine ehemalige Hühnerfarm aufkaufte und dort, in Hollywood, eine ganze Filmstadt errichtete und 1915 mit Glanz und Gloria eröffnete, tobte in Europa der Große Krieg. Seine Auswirkungen trafen auch Laupheim mit Tod und Not. Laemmle, der nun nicht mehr nach Laupheim reisen konnte, dachte sofort an seine alte Heimat. Schon im November 1914 transferierte er die für damalige Verhältnisse bedeutende Summe von 1000 Mark, um damit zum Kriegsdienst eingezogenen Laupheimern Weihnachtsgeschenke zukommen zu lassen. Gleich 1915 folgten 2000 und 1600 Mark, die Laemmle der Stadt zur Versorgung von Armen zur Verfügung stellte. Als die Vereinigten Staaten 1917 in den Krieg gegen Deutschland eintraten, versiegte diese Quelle der Wohltätigkeit vorübergehend. Laemmle bekannte sich zu seiner neuen amerikanischen Heimat, in der er sein Glück gemacht hatte, und drehte anti-deutsche Propaganda-Filme. 1919, bald nach Ende des vom Deutschen Reich katastrophal verlorenen Weltkriegs, wollte Carl Laemmle wieder Laupheim aufsuchen. Im Zug suchte ihn ein Unbekannter auf und riet ihm, nicht in Laupheim auszusteigen, da ihn dort ein Mordanschlag erwarte, einen Rat, den Laemmle befolgte. Nichtsdestrotz rief der Filmproduzent, der auf der Zugreise das Elend in Deutschland gesehen hatte, nach seiner Rückkehr in die USA eine erfolgreiche Spendenkampagne zugunsten der Armen in Deutschland ins Leben. Der Gemeinderat der Stadt Laupheim beschloss schließlich bei seiner Festsitzung anlässlich des 50. Jahrestags der Stadterhebung Laupheims am 17.08.1919 Carl Laemmle für seine Wohltaten während des Krieges die Ehrenbürgerrechte zu verleihen.

Stadtkapelle Laupheim, ca. 1920
Stadtkapelle Laupheim, ca. 1920

1920 schließlich konnte Carl Laemmle mit seinem Sohn ungefährdet nach Laupheim kommen. Aufsehen erregte der Straßenkreuzer, den er aus Amerika mitgebracht hatte. Dem Verein "Heimatdank", der gegründet worden war, um bedürftige Familien von Kriegsgefallenen und -versehrten zu unterstützen, spendete Laemmle 1500 Mark. Seine größte Gabe aber war die Gründung der Carl Laemmleschen Armenstiftung mit einem Kapital von 100000 Mark, deren Verwaltung und Ertragsverteilung der Ortsarmenbehörde übertragen war. Zur besseren Einschätzung der Werte: Ein Arbeiter verdiente in dieser Zeit etwa 100 Mark monatlich.

 

Das Glück hat mir gelacht; das wenigste, was ich tun kann, ist, es dort zu verteilen, wo es am meisten Gutes tut, den Leidensten hilft, den maximalen Vorteil bringt. Sagt mir, wie ich den Menschen von Laupheim helfen kann, meinem Volk, dem Volk meines Vaters.

-- Carl Laemmle

 

Am 30.07.1920 lud der Gemeinderat der Stadt Laupheim Carl Laemmle zu einer Festsitzung, bei der ihm die Ehrenbürgerurkunde überreicht wurde. Anschließend bat die Stadt zu einer geselligen Zusammenkunft in Laemmles Stammlokal "Ochsen" unweit seines Elternhauses. Der Hollywood-Tycoon aber ließ es sich nicht nehmen, seinerseits die Gastgeberrolle zu übernehmen. Zu dem gelungenen Abend trug auch Musikdirektor Franz Laub bei, der mit einigen Mitgliedern seiner Stadtkapelle für heitere musikalische Unterhaltung sorgte.

Laemmle blieb in diesem Jahr lange in Deutschland. Er nutzte den Aufenthalt für Geschäfte und nahm eine klingende Erinnerung an Laupheim mit nach Hause: Der Laupheimer jüdische Kantor Emil Dworzan und der Synagogen-Organist Simon L. Steiner wurden von Laemmle in ein Berliner Tonstudio gebracht, wo sie 35 Laupheimer Synagogengesänge auf Platte einspielten.

Im September war Carl Laemmle wieder in Laupheim. Der Gesangverein "Concordia", geleitet von Emil Dworzan, brachte ihm ein Ständchen vor dem Haus seiner Nichte Irma Friedland in der Radstraße dar. Am Abend des 29.09.1920 trat die Stadtkapelle Laupheim vor dem Gasthaus "zum Ochsen" an, wo Laemmle Logis genommen hatte. Zu dem Ständchen zu Ehren des Wohltäters aus Amerika hatte sich eine große Menge Zuhörer versammelt. Die ausgezeichneten Darbietungen der von Franz Laub geleiteten Kapelle ernteten großen Beifall und Dank vom Geehrten wie vom sonstigen Publikum.

Bevor sich Carl Laemmle wieder nach den USA verabschiedete, wurde ihm zu Ehren am Donnerstagabend des 07.10.1920 ein Festbankett in der "Krone" gegeben. Im festlich geschmückten Saal sprachen Stadtschultheiß, Rabbiner und der Vorsitzende des Verschönerungsvereins, der von Laemmle besonders gefördert worden war, dem Gast Anerkennung und beste Wünsche aus. Ein Stadtrat dankte ihm im Namen der Laupheimer Arbeiterschaft dafür, dass er besonders die kleinen Leute mit seinen Guttaten bedachte. Für musikalische Abwechslung im Programm sorgten die Laupheimer Gesangvereine und erneut mit besonders erlesenen Vorträgen die Stadtkapelle Laupheim.

Trotz vieler Anfeindungen - das Oberamt Laupheim erklärte die Erteilung der Ehrenbürgerwürde entgegen geltendem Recht für ungültig, es gab eine antisemitische Flugblattaktion - sollte Carl Laemmle in den folgenden Jahren immer wieder Laupheim besuchen. Seine finanziellen Wohltaten flossen in regem Strom in die Stadt - noch heute bestehende Einrichtungen wie Parkbad und Turnhalle Bühlerstraße wären ohne seine Zuwendungen nicht entstanden. Ob die Stadtkapelle Laupheim, der der kleine, große Mann, der gute Onkel aus Amerika, 1920 mehrmals begegnet ist, ebenfalls von ihm bedacht worden ist, ist nicht bekannt.

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